AGUS e.V. Angehörige um Suizid
ist eine bundesweite Selbsthilfeorganisation; der größte und älteste Verein in Europa, der sich den Belangen und Interessen von nahen Angehörigen widmet, die um Suizidfälle trauern. Dazu zählen neben Familienmitgliedern auch die PartnerInnen und FreundeInnen von Verstorbenen.
Die erste AGUS-Selbsthilfegruppe wurde 1989 in Bayreuth von Frau Emmy Meixner-Wülker aus eigener Betroffenheit ins Leben gerufen, um durch gegenseitige Gespräche Hilfe und Verständnis zu suchen und anzubieten. Sechs Jahre später, 1995, wurde AGUS e.V. gegründet.
2001 bekam sie für Ihre ehrenamtliche Tätigkeit das Bundesverdienstkreuz verliehen, sowie in der Folge zwei weitere MitarbeiterInnen.
Das ehrenamtliche Engagement der Gruppenleiter, Vorstände und Mitglieder bildet das Fundament des Vereins.
AGUS stellt die Fachkompetenz von Betroffenen sowie deren langjährige Erfahrungen im (Über-)Leben nach einem Suizid zur Verfügung. Die Arbeit von AGUS kann Menschen in ihrer Not unterstützen und Perspektiven aufzeigen, selbst wenn das eigene Leben zutiefst erschüttert ist.
AGUS sieht sein Angebot nicht als Ersatz, sondern als wichtige Ergänzung zu medizinischen oder therapeutischen Hilfen.
AGUS-Gruppen sind Selbsthilfegruppen:
• kostenfrei und unverbindlich
• offen für alle Suizidtrauernden
• religiös/weltanschaulich unabhängig
Eine Selbsthilfegruppe ist ein selbstorganisierter Zusammenschluss von Menschen mit denselben Problemen oder Anliegen, die gemeinsam etwas dagegen oder dafür unternehmen wollen.
Alle Gruppenleiter und Gruppenleiterinnen sind selbst betroffene Angehörige und arbeiten ehrenamtlich. Sie sind durch spezielle Schulungen für ihre Aufgaben qualifiziert.
Heute gibt es in Deutschland etwa 120 AGUS-Selbsthilfegruppen. Sie werden gefördert durch die gesetzlichen Krankenkassen und deren Verbände.